Stress beim Gleitschirmfliegen?

„Kommando halt! Aber ganz schnell.“ Ist nicht nur einer der Sätze, den ich zu meinem 4-jährigen Sohn oft sagen muss, sondern auch zu mir selbst. Sind wir denn alle wahnsinnig geworden? Wie von einer Tarantel gestochen hetzen wir durch unseren Alltag. Mobiltelefon hier, ipad da, Laptop auch noch schnell mit. Alles ist synchronisiert. Wir sind permanent erreichbar. Und auch am Sonntag Abend (23 Uhr! – wirklich wahr) bei einem der seltenen Fernsehabenden gemeinsam mit meiner Familie, läutet das Telefon. Geschäftlich natürlich – nicht privat. Ein paar Fragen zu den neuesten Entwicklungen oder zu fernen Flugdestinationen wollen zwischen The Mentalist und The Blacklist noch eben beantwortet werden. Selber Schuld. Um den belastenden Stress zu kompensieren, schießen wir uns Vitamintabletten rein – biologisch, eh klar – und rennen vielleicht noch – um den Stress auch noch auf die Spitze zu treiben – auf den nächsten Berg rauf. Für den Körper soll ja schließlich auch was getan werden. Dabei wissen wir, dass unser Sixpack mittlerweile nur noch im Kühlschrank vorhanden ist. Schließlich liegt die „3“ schon einigen Jahre hinter uns. Und ich bleibe hier bewusst im plural, dann schmerzt das Bäuchlein mich persönlich nicht so sehr.

Und jetzt stelle ich mir beziehungsweise uns die Frage: „Was hat Paragleiten mit Hektik zu tun?“. Nichts – richtig – nichts. Außer wir befinden uns in einer Extremsituation in der Luft oder am Start, von dem ich hier jetzt nicht ausgehe. Also liebe Pilotinnen und Piloten, schlage ich uns allen mal vor: Einatmen, bis drei zählen, ausatmen. Unsere gemeinsam Liebe, nämlich die zum Paragleitsport ist eine Sanfte. Wir schweben durch die Lüfte und springen nicht, wie so manch Laie es auch immer behauptet. Da oben sind wir für uns. Das Pfeifen des Windes begleitet uns und für eine gewisse Zeit entfliehen wir dem Alltag. Meine Art der Meditation. Und ist es nicht gerade auch das, was uns am Paragleiten so gefällt? Dann führen wir uns das doch mal bewusst vor Augen und lasst uns gemeinsam Ruhe bewahren und die südländische Mentalität etwas mehr leben. Zumindest was unser Hobby betrifft. In anderen Bereichen können wir ja leider wohl oder übel oft nicht aus.

Unser Körper wird uns für diese Pause mit Sicherheit zweimal danken. Einmal aus Sicht der Balance und einmal aus Sicht der Sicherheit. Denn eins sollte nicht vergessen werden: Mehr Hektik, mehr Fehler!

In diesem Sinne – rockt den Himmel aber SANFT and be different!

Euer Ralphy