Eigeninitiative beim Gleitschirmfliegen

Von Flugkönnen, Eigeninitiative, Selbsteinschätzung und Rudeltrieb

Erst kürzlich habe ich mit meiner Flugschule eine sehr schöne Flugreise mit über zehn flugwütigen Pilotinnen und Piloten durchführen dürfen. Dabei ist mir wieder einmal aufgefallen, wie wenig sich teilweise fertig ausgebildete Piloten mit dem Thema Wetter, Winde, mögliche Gefahrenquellen etc. beschäftigen. Eben jenen Dingen, welche einfach zum Flugsport dazugehören, um diesen auch sicher ausführen zu können. Ab und an rutscht einem da als Fluglehrer ganz ehrlich das Herz in die Hose und ich habe mir die Frage gestellt, wie weit eine betreute Flugreise eine Funkbetreuung mit sich bringen muss. Ist es nicht so, dass die Piloten wie schon erwähnt, fertig mit der Ausbildung sind? Ja sind sie, also müsste eigentlich von Start bis Landung nicht permanente Funkbetreuung bestehen.

Lange Rede kurzer Sinn. In meiner Flugschule steht der Fortbildungscharakter bei Flugreisen, Trainings, Kursen… an erster Stelle. Dennoch möchte ich an Euch fertigen Pilotinnen und Piloten appellieren, euch immer wieder mit dem Thema „Flugbedingungen“ auseinander zu setzen. Es darf nämlich nicht vorkommen, dass ein ganzes Rudel an Schirmen inklusive Herrchen ins Lee fliegt und sich dann noch wundert, warum es denn so kräftig durchgeschüttelt wird. Gott sei Dank, ist nichts passiert. Doch ihr wisst alle, wie schnell es gehen kann und eine Böe oder sonst was bringt euch unsanft auf den Boden der Tatsachen zurück.

Das übertriebene Selbstbewusstsein mancher Piloten erfüllt uns oft mit Neid. Auch wenn sie brav Sicherheitstrainings absolvieren, werden die Ohren angelegt bis man am Boden steht, der Beschleuniger wird dabei natürlich komplett außer acht gelassen. Meine liebe Damen und Herren – eine realistische Selbsteinschätzung und bitte nicht Selbstüberschätzung – ist die Devise.

In diesem Sinne – rockt den Himmel – aber steht „safe“,

Euer Ralphy

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